Fahrsimulator

Was tut man nicht alles für die Zukunft seines Berufes?

Zum Beispiel in einem Fahrsimulator sitzen, bis einem kotzeübel wird. So geschehen, als ich vor kurzem bei einem deutschen Nutzfahrzeughersteller einen Test zum Thema autonomes Fahren absolvieren durfte. Hierbei sollte heraus gefunden werden, welche Informationen der Fahrer während der autonomen Fahrt vom System zur Verfügung gestellt bekommen soll. Zudem, ob es sich dabei eher um optische oder akustische Signale handeln soll.

Zum Test selbst möchte ich aus vertraglichen Gründen nicht näher eingehen. Allerdings möchte ich gern den Teil ‚kotzeübel‘ näher beleuchten. Was ich bei diesem Test im Leben nämlich nicht erwartet hätte, ist die Tatsache, dass mir dabei richtig schlecht geworden ist.

Am Anfang stand erst einmal eine sogenannte Eingewöhnungsfahrt an. Das heißt, dass man im Fahrsimulator sitzt und einen auf der Leinwand vor sich ablaufenden Streckenabschnitt absolviert. Das war wider erwarten gar nicht so einfach. Denn die Bewegungen am Lenkrad sind viel direkter als bei einem realen Lkw auf der Straße. Die kleinste Bewegung und der Lkw auf der Leinwand potenziert diese Lenkbewegung in das gefühlt Hundertfache. Aber gut, daran muss man sich einfach gewöhnen. Was mir allerdings richtig zugesetzt hat, war mein Gehirn.

Das Problem an einem fest installiertem Fahrsimulator ohne jegliche Bewegung ist nämlich, dass die Augen die optischen Signale des sich bewegenden Lkw’s auf der Leinwand zwar an das Gehirn weiter geben, der Bauch bzw. der Magen das allerdings nicht macht. Im realen Straßenverkehr dagegen spürt der Magen jede Bewegung, wenn man zum Beispiel beschleunigt oder bremst. Dann sendet der Magen an das Gehirn die Information – ja, das was da von draußen optisch als Information rein kommt, kann ich auch so bestätigen. Das Gehirn bringt dann beide Informationen, also die der Augen und die des Magens, in einen Sinn stiftenden Zusammenhang. Aber eben nicht bei einer ‚Fahrt in einem Fahrsimulator ohne jegliche Bewegungssensorik‘. Der Magen gibt hier nur eine Information an das Gehirn weiter, und zwar die, dass hier eben nichts passiert.

Und das ist das Problem. Das Gehirn kann den Zusammenhang zwischen optischer Bewegung und gleichzeitiger Nullreaktion des Magens nicht verstehen und reagiert somit, wie in meinem Fall, mit Übelkeit, zittrigen Händen und Schweißausbrüchen. Dass das alles andere als angenehm ist, muss ich an dieser Stelle nicht näher erläutern. Aber egal, da ich nun mal ein Mensch bin der aktiv an der Zukunft des Berufskraftfahrers mitgestalten will, habe ich alle Test bis zur Kotzgrenze mitgemacht und hoffe, dass mein körperlicher Einsatz im Sinne der Fahrsicherheit, zukünftig eines Tages für alle meine Kollegen und mir, von Vorteil sein wird.

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